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Präsentismus: Warum „krank arbeiten“ ein No-Go ist – 3 Fallbeispiele

Lesezeit: 3-5 min | Veröffentlichung: 02. März 2023
von Christina Griesel

Präsentismus: Warum Sie es auf jeden Fall beachten sollten

In der Theorie über krank arbeitende Mitarbeitende zu sprechen ist die eine Sache. Sie im echten Leben zu erkennen eine andere.
Daher habe ich dir hier drei Fallbeispiele mitgebracht, die mir im Laufe der Zeit begegnet sind:

 

????️ Krank zur Arbeit trotz Magen-Darm

Eine Mitarbeiterin fehlte jeden Monat 1-2 Tage aus „Frauengründen“. Obwohl sie die volle Unterstützung ihrer Führungskraft hatte, hatte sie immer ein schlechtes Gewissen. Sie erzählte, dass sie an ihrer früheren Arbeitsstelle oft Urlaubstage dafür genommen hat. Trotz der ausdrücklichen Unterstützung der Führungskraft hat sie, wenn sie mal „anders krank“ war, zu Präsentismus geneigt – auch auf die Gefahr hin, andere Mitarbeitende oder Klientinnen anzustecken, z.B. bei Magen-Darm-Infekten.

D.h. hier entsteht Präsentismus aufgrund der Haltung der Mitarbeitenden selbst und durch die fehlende Unternehmenskommunikation: Wer ansteckende Infekte hat, bleibt zu Hause. Die Führungskraft ist gefordert, klar zu kommunizieren. Am besten schon vorher!

 

????️ Chronisch Kranke – Pech gehabt

Eine langjährige Mitarbeiterin, die u.a. 15 Jahre erfolgreiche Führungskraft war, ist an einer Autoimmunerkrankung erkrankt. Jetzt muss sie ihren Lebensstil drastisch ändern, um ihren Gesundheitszustand nicht weiter zu verschlechtern. Sie reduziert daher ihre Stundenzahl von 40 auf 30 Stunden und gibt ihre Führungsposition ab.
Es gibt kein Verständnis und Unterstützung. Die Arbeitsmenge wurde nicht an die Stundenzahl angepasst. Die Kolleginnen tuscheln, neiden die geringere Arbeitszeit, schieben ihr mehr Arbeit zu. Da sie unter Kündigungsschutz steht, hat sie den Eindruck, dass sie nun rausgeeckelt werden soll. Zusätzlich zu der beängstigenden Gesundheitssituation macht die Arbeitssituation enormen existenziellen und sozialen Druck. Die Kur wird geneidet.

D.h. durch eine fehlende Unternehmenskultur mit chronisch kranken Mitarbeitenden ist die Bahn frei für internes Mobbing. Es gibt keine Unterstützung durch die Führungskraft. Die Arbeitskraft ist durch die ständigen sozialen Konflikte, den hohen Arbeitsdruck eingeschränkt. Und die weitere Gesundheit der Mitarbeiterin stark gefährdet. Der frühere jahrelange Einsatz der Mitarbeiterin ist schnell vergessen.

 

????️ Die Strahlkraft der Führungskräfte

Eine Führungskraft geht trotz starker Erkältungssymptome weiter zur Arbeit. Das Gefühl im Nacken, dass es von ihrer Führungsebene nicht gerne gesehen ist, wenn sie wegen Krankheit ausfällt. Erst kürzlich hatte ihr Vorgesetzter alle Mitarbeitenden raussuchen lassen, die länger gefehlt haben, um mit Ihnen „ein ernstes Wort zu reden“ – ohne Blick auf die Ursache des Fehlens. Außerdem stand die Überlegung im Raum an einigen der „Krankfeierer“ ein Exempel zu statuieren. Die Führungskraft hat dafür gesorgt, dass zunächst ausgewertet wurde, welche Ursachen die Fehlzeiten hatte. Und es stellte sich raus, dass diese begründet waren (z.T. Arbeitsunfälle und schwere Erkrankung).
Aber er selbst mochte nicht mehr fehlen. Schließlich haben zwei Mitarbeitende die Führungskraft „nach Hause geschickt“ und organisiert, dass sie ihre dringenden Aufgaben übernehmen. Andere haben kein Verständnis dafür.

D.h. Hauruck-Maßnahmen der höheren Führungsebene setzen ein Signal: Mitarbeitende (einschließlich der Führungskräfte) gehen krank zur Arbeit und riskieren damit für sich und ihr Unternehmen, längerfristig auszufallen. Die Arbeitseffizienz ist aktuell deutlich reduziert. Mittelfristig beeinträchtigt. Wenn es keine Vertretung gibt, fällt es Mitarbeitenden wesentlich schwerer, sich krank zu melden.

 

Geht es dir auch so?
Am Anfang dachte ich, „Präsentismus?! Naja, das gibt es halt manchmal.“ Denke ich ein bisschen mehr drüber nach, finde ich immer mehr Beispiele.

 

Fragen zur Reflektion

???? Wie willst du für eine gesündere Führung sorgen?
????Was hast du bei deinen Mitarbeitenden „überhört“ und möchtest es korrigieren?
???? Wo überhörst du deine eigenen Signale und gehst krank zur Arbeit?

 

Meist sind es nur kleine Dinge, deren Veränderung große Wirkung zeigt. Möchtest du gerne einmal dein Führungsverhalten reflektieren, dann melde dich jetzt bei mir.

 

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Mein Name ist Christina Griesel.
Ich bin Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologin und ehemalige Führungskraft. Mein persönliches Anliegen ist es, Führung mit einem breiten Blick für Mensch, Unternehmen und Kunden zu betrachten:
eben Führen mit Weitblick.

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