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Kann man überhaupt führen, ohne Zeitkontingent zum Führen?

Lesezeit: 4 min | Veröffentlichung: 17. November 2022

von Christina Griesel

Führen ohne Zeit zum Führen?

Viele Führungskräfte sind so intensiv ins operative Geschäft eingebunden, dass keine Zeit zum Führen bleibt – oder im ungünstigsten Falle nicht einmal vorgesehen ist.
Verstärkt vielleicht noch, weil die Geschäftsführung die Führenden unbedingt als Fachkräfte für die Kunden erhalten will.

Vielleicht gibt es auch einfach zu viele direkte Mitarbeitende, um noch gut genug im persönlichen Kontakt bleiben zu können.

Ich behaupte: Das geht nur auf Kosten von einem selbst oder den Mitarbeitenden.

Am Ende auf Kosten von allen.


Und das Unternehmen zahlt mit dieser scheinbaren Sparmaßnahme sowieso drauf: mehr Fehlzeiten, mehr Präsentismus, weniger Leistung, geringere Mitarbeitendenzufriedenheit. Und all das führt zu weniger Wirtschaftlichkeit.

Viele Führungskräfte haben neben operativen Aufgaben nur 5-10 % Zeit für Führungsaufgaben. Oft genug ist gar keine Zeit dafür vorgesehen. Trotzdem ein gutes Teamklima zu haben läuft dann über Überstunden – oder man hat es eben nicht.

 

Was passiert, wenn Führende keine Zeit haben für sich und ihre Mitarbeitenden

🧨 Missverständnisse entstehen – statt miteinander zu reden
🧨 Konflikte köcheln vor sich hin – statt frühzeitig angegangen
🧨 der Umgang wird gestresster und rauer – statt offen und aufgeschlossen
🧨 es wird mehr kritisiert – weniger wertgeschätzt
🧨 jeder ist im eigenen Film – da grüßt man sich schon mal nicht
🧨 Anspannungen nehmen zu – statt freundliches und humorvolles Miteinander
🧨 es wird durchgearbeitet – statt gemeinsame Pausen zu machen
🧨 die Forderungen nehmen zu – die Leistung nimmt ab
🧨 Mitarbeitende ziehen sich von der Arbeit zurück – anstelle von Engagement

Das Unternehmensklima leidet. Die Leistung geht runter. Fehltage nehmen zu. Der wirtschaftliche Erfolg lässt nach.

Gesund zu Führen heißt Zeit für Miteinander. Eine Investititon, die sich lohnt.

Wieviel Zeit wird realistisch zum Führen gebraucht?

Pauschal ist es schwierig zu beantworten. Letztlich hat es auch etwas mit den Gegebenheiten zu tun. Geht es um Aufgaben, die viele Absprachen erfordern, wird vor Ort oder hybrid gearbeitet, wieviele direkte Mitarbeitende gibt es, …? Bei manchen Aufgaben ist es sinnvoll, die Führungskraft ganz aus dem operativen Geschäft rauszunehmen.

Orientierungswerte sind mindestens 30 % der Zeit sollte für Führungsaufgaben zur Verfügung stehen und maximal sieben direkte Mitarbeitende.

Ein demotiviertes oder gar zerrüttetes Miteinander wieder auszugleichen und aufzubauen kostet viel Zeit und Ressourcen. Und Geld. Und nicht selten wandern wertvolle Mitarbeitende ab.

Fragen zur Reflektion

👉 Wieviel Zeit hast du zum Führen?
👉 Wieviel Zeit bräuchtest du, damit es rund läuft?

👉 In dem kostenlosen Selbst-Check findest du Anregungen, worauf du beim gesunden Führen achten kannst.

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Mein Name ist Christina Griesel.
Ich bin Arbeits-, Organisations- und Umweltpsychologin und ehemalige Führungskraft. Mein persönliches Anliegen ist es, Führung mit einem breiten Blick für Mensch, Unternehmen und Kunden zu betrachten:
eben Führen mit Weitblick.